Tinnitus

Pfeifen, Rauschen, Klopfen, Knacken: bis zu ca. 15% der Bevölkerung leiden unter Ohrgeräuschen. Tinnitus kann viele Ursachen haben wie Störungen im Außen-, Mittel- oder Innenohr oder orthopädische Probleme im Bereich von Nacken und Kiefer. Auch chronischer Stress kann Tinnitus auslösen oder verstärken.
Das Gehirn versucht, Hörbeeinträchtigungen durch Filter- und Verstärkermechanismen zu kompensieren. Beim Tinnitus sind diese Funktionen fehlgesteuert.

Hyperakusis

Bei einer Geräuschüberempfindlichkeit hören die Betroffenen das „Gras wachsen“. Was andere als normale Lautstärke empfinden, löst Schmerz und Schrecken aus und wird zur Qual. Rückzug, Angst und Depressionen können die Folge sein.

Tinnituszentrierte Musiktherapie TIM

Die von Dr. Annette Cramer entwickelte Tinnituszentrierte Musiktherapie TIM ist eine individuell ausgerichtete Behandlungsform des Tinnitus und der Hyperakusis. Den irritierenden Hörerlebnissen kann begegnet werden und es ist möglich, aus dem Gefühl des Ausgeliefertseins herauszutreten:
Ziel von Tinnituszentrierter Musiktherapie ist es, Hören wieder genussvoll zu erleben, den Tinnitus in den Hintergrund treten zu lassen oder zu integrieren und die Ohren widerstandsfähiger gegenüber störenden Geräuschen im Alltag zu machen.
Sowohl bei akuten als auch bei chronischen Beschwerden kann mit Tinnituszentrierter Musiktherapie häufig eine deutliche Verbesserung oder manchmal gar das Verschwinden erreicht werden. Das Hören wird neu gelernt und damit die Lebensqualität wieder hergestellt.
Vor einer musiktherapeutischen Tinnitusbehandlung ist eine Untersuchung durch eine/n HNO-Arzt/Ärztin nötig.

Eine Sendung vom 1.9.2014 über Musiktherapie mit einem Interview mit Frau Dr. Annette Cramer finden Sie bei Bayern 2 Notizbuch Nah dran

Therapiebausteine

Hörberatung/Counselling:
Anamnese
Tinnitusentstehung
Hörvermögen
Allgemeines Hörverhalten
Akustische Hygiene

Spezifische Therapien:
Hörtherapie
Musikunterstützte Tiefenentspannung
Sensorisch-integrative Musiktherapie
Bearbeitung belastender Lebensfaktoren
Erstellung einer individuellen CD zum kontinuierlichen Üben mit Hilfe des Programmes
tinnitus help®:
Präzise Analyse des Tinnitus
Umprogrammierung des auditiven Cortex
Defokussierungshilfe
Habituationshilfe
Entspannungshilfe
Einschlafhilfe

Fortbildung

für Therapeuten im Tinnitusbereich: TIM Info
Die Tinnituszentrierte Musiktherapie TIM nach Dr. Annette Cramer an drei zweitägigen Seminaren

Termine 2017 und 2018

NEU !!!! jeweils Freitag 10.00- 19.00 Uhr und Samstag 10.00-16.00 Uhr

TIM I 22./23. September 2017 und 21./22. September 2018
Basiskurs – die Arbeit mit Akutpatienten

Basiswissen und Klassifikation des Tinnitus.
Hörstörungen/ Sekundärsymptomatiken.
Lesen von Audiogrammen.
Psychodynamik des Tinnituspatienten.
Patientenstatus/Erstkontakt – Einführung ins Counselling.
Das Patientenprotokoll für den Musiktherapeuten (mit Tinnitus-Profil und Profil der subjektiven Lebensqualität nach dem Lebensqualitäts-Test der WHO – „WHOQOL“).
Einführung in die Hörberatung und Hörhygiene.
Soforthilfemaßnahmen aus musiktherapeutischer Sicht: Defokussieren, Trainieren der inneren Ohrmuskeln, Förderung der auditiven Wahrnehmung, Habituationstechniken.
Das musikalische Netzwerk.
Einführung in die Hörtherapie.

TIM II 20./21. Oktober 2017 und 19./20. Oktober 2018
Aufbaukurs – Arbeit mit Patienten, die unter persistierendem Tinnitus leiden

An diesem Wochenende werden weitere praktische Übungen und Techniken aus der TIM für den länger andauernden (persisitierenden) Tinnitus vorgestellt:
Maßnahmen bei persisitierendem Tinnitus.
Sekundärsymptomatik Hyperakusis, Schwindel, Morbus Mèniere.
Differentialdiagnose Hyperakusis/Recruitment/Phonophobie.
Körperstatus: HWS und Kiefergelenk.
Das Für und Wider von Maskern und Noisern.
Neues aus der Tinnitusforschung.
Musiktherapeutische Maßnahmen: Die Hörtherapie, die sensorisch-integrative Musiktherapie (der Effekt der vibro-akustischen Musiktherapie – VAM), musiktherapeutische Tiefenentspannung, musiktherapeutische Desensibilisierung bei Hyperakusis, Verhaltenstechniken bei Phonophobie.
Zunge, Kehlkopf und Kiefergelenk – Zusammenhänge zum Tinnitus erkennen und lösen.
Der schwingende Kopf. Sing- und Summübungen.
Fallbeispiele.

TIM III 01./02. Dezember 2017 und 16./17. November 2018
Aufbaukurs – das musikalische Rezept für den Patienten

Die rezeptive Musiktherapie ist bei der Arbeit mit Tinnitus-Patienten besonders gefragt. Viele Patienten wünschen sich Ihre ganz persönliche Musik, damit sie auch zu Hause die auditive Wahrnehmung trainieren oder sich entspannen können. In diesem Seminar sollen alle Möglichkeiten eines individuellen Trainings in Form von CDs vorgestellt werden.
Die Seminar-Teilnehmer erhalten kostenlos eine Musik-Bearbeitungs-Software, mit der auf einfachem Weg individuelle CDs hergestellt und gebrannt werden.
Anhand von Patientendaten wird gezeigt, wie individuelle Merkmale in der CD-Bearbeitung umgesetzt werden. Dabei werden Tinnitus-Frequenz, Audiogramm, spezielle Hörstörungen wie Hyperakusis oder Presbyakusis und natürlich persönliche musikalische Vorlieben des Patienten berücksichtigt. Gemeinsam werden auf dieser Grundlage Musik und Geräusche bearbeitet, verändert und zusammengeschnitten. Auch Hörspaziergänge werden hergestellt.
Übersicht über auditive Tinnitus-Trainings.
Einführung in die genaue Tinnitus-Analyse.
Einführung in die Zusammenstellung der individuellen Musik-Trainings auf CDs unter Berücksichtigung der persönlichen Vorlieben des Patienten, der Tinnitusfrequenz, der Hörminderung und des Audiogramms.
Hörtraining auf CD zur Förderung der auditiven Wahrnehmung.
Musik zur Tiefenentspannung auf CD.
Musik zur Defokussierung und Habituation auf CD.

Weitere Kurse bei Dr. Annette Cramer in München und Elisabeth Schmitt in Bingen

Praxis für Musiktherapie | Bayreuther Straße 28, 91054 Erlangen | Tel.: 09131-5309531 | info@musiktherapie-mahlberg.de